Textwerkstatt Freie Texte
Die geheimnisvolle Bank (Auszug aus einer Fantasystory)
Von Caroline, 12 Jahre
[...] Ich hatte geglaubt, dass die Bank einfach nur als gutes Versteck dienen würde. Nie im Leben hätte ich auch nur ahnen können, was wirklich auf mich zukam.
Es passierte an einem ganz normalen Mittwochnachmittag. Wie immer ging ich nach den Hausaufgaben in den Park, um mit ein paar Nachbarskindern verstecken zu spielen. Die anderen hatten schon angefangen, also lief ich direkt los, überquerte die mit bunten Blättern bedeckte Wiese und suchte hektisch nach einem Versteck.
Da ertönte schon Pauls Stimme: „Ich komme!“
Ich schlug mich in einen Busch.
„Hey Kim!“ Ich zuckte zusammen. Die kleine Lara hockte vor mir und sagte: „Hau ab! Das ist mein Versteck!“
Genervt krabbelte ich wieder raus.
Ich hörte Pauls Stimmer: „Haha! Ich hab dich gefunden, Lissi!“
Paul konnte nicht mehr weit entfernt sein.
Mein Blick fiel auf eine morsche Parkbank. Ich fühlte mich irgendwie merkwürdig magisch hingezogen zu dem moosbewachsenen Gegenstand. Andererseits sah die Bank schmuddelig und alt aus. Unbewusst ging ich auf die Parkbank zu. Ich versuchte mich gegen diesen Drang zu wehren. Vergeblich.
Ich hörte Pauls rennende Schritte. Seufzend ließ ich mich unter die Bank fallen. Angewidert schaute ich mich um. Zwischen dem schönen Herbstlaub hatten sich Haufen von alten Zigaretten, Verpackungen und Bierdosen angesammelt.
Ich schob die Bierdosen vorsichtig beiseite.
Plötzlich hielt ich inne.
Da hat sich doch was bewegt, dachte ich.
Ich schüttelte den Kopf, um meine fantasievollen Gedanken an Hexen und Zauberer zu vertreiben.
Paul rannte auf die Bank zu. Ich atmete erleichtert aus. Ich wollte so schnell wie möglich gefunden werden. Die Bank war mir irgendwie unheimlich.
Doch Paul drehte ab, krabbelte in den Busch und kreischte: „Haha! Ich hab dich gefunden, Lara!“
Ich stöhnte, als Paul und Lara über die Wiese rannten und hinter einer Baumreihe verschwanden.
Gerade, als ich mich zum Rauskrabbeln entschlossen hatte, stieß etwas gegen meinen Arm. Ich hob den Kopf und knallte dabei gegen die Bank. Aua, dachte ich.
„Das tat bestimmt weh!“, sagte eine fremde piepsige Stimme.
Erschreckt blickte ich auf die Bierdose, die vor mir lag.
Auf hellgrünem Untergrund stand in knallroten Ziffern: „Freddy-Bier“ [...]
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